
Die Ambulanzseelsorge ist ein Projekt, bei dem ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Gängen und den Wartebereichen der Polikliniken (Ambulanzen) den wartenden Menschen ein kostenloses Kaffee- und Teeangebot machen. Ein kurzes Gespräch oder eine Geste des Zuspruchs und der Ermutigung haben bei diesem Dienst ebenfalls ihren Platz.
Der Kaffeewagen ist dienstags und donnerstags von 9.30 bis 12 Uhr auf den Ebenen -2, 3 und 5 unterwegs.
Haben Sie Interesse, sich ehrenamtlich zu engagieren? Sprechen Sie uns gerne an.
Künftige Ärztinnen und Ärzte lernen auch praktisch durch Übungen. Der Aufbau des menschlichen Körpers und die Lage einzelner Organe lernen sie z.B. durch die Arbeit an Verstorbenen. Das ist nur möglich, indem Menschen zu ihren Lebzeiten bewusst und vertraglich entscheiden, ihren Körper nach dem Tod dafür zur Verfügung zu stellen. Später werden die Verstorbenen beigesetzt. Die ökumenischen Trauerfeiern werden immer durch die Studierenden mit gestaltet und vorbereitet und beziehen auch Verstorbene aus anderen Religionen mit ein.
Ärztinnen und Ärzte übernehmen die medizinische Diagnose, Behandlung und Stabilisierung von Patientinnen und Patienten. Sie arbeiten wissenschaftlich fundiert, körperbezogen und therapeutisch, um Gesundheit wiederherzustellen oder Leiden zu lindern.
Wir als Seelsorge ergänzen diese Arbeit, indem wir die inneren und emotionalen Dimensionen des Erlebens in den Blick nehmen. Während Ärztinnen und Ärzte den Körper versorgen, bieten wir Raum für Ängste, Fragen, Hoffnungen, Zweifel und seelische Belastungen. Wir begleiten Patient*innen und Angehörige auf eine einfühlsame und respektvolle Weise und schaffen dabei einen sicheren Rahmen, der von Achtsamkeit und unserer unabhängigen Haltung geprägt ist. So stehen wir an ihrer Seite, wenn Entscheidungen anstehen oder Leid getragen werden muss.
Seelsorge ist ein qualifiziertes, vorurteilsfreies und achtsames Begegnungsangebot. Seelsorgerinnen und Seelsorger begegnen Menschen unabhängig von Religion oder Weltanschauung mit Sorgfalt und Würde, sie möchten Menschen in ihrer persönlichen Geschichte verstehen, sie partnerschaftlich begleiten und menschliche Zuwendung und Nähe vermitteln. Dabei öffnet die Seelsorge Raum auch für religiöse oder spirituelle Anliegen und bemüht sich bei Wunsch um Beizug religiöser Bezugspersonen anderer Religionen.
Seelsorge unterstützt Patient*innen, Angehörige und Mitarbeitende in der Bewältigung von Krisen, Krankheiten, beim Sterben und in der Trauer. Sie stärkt, tröstet, ermutigt oder hält einfach mit aus, was nicht auszuhalten ist. Menschen können mitteilen, was sie (im Innersten) bewegt.
Ambulanzseelsorge unterstützt die seelsorgliche Arbeit mit Zeit, Aufmerksamkeit und Mitgefühl und schenkt Menschen im Klinikalltag Momente der Nähe und des Zuhörens.
Haben Sie Interesse, sich ehrenamtlich in der Seelsorge zu engagieren? Sprechen Sie uns gerne an.
Weitere Beispiele für die ehrenamtliche Arbeit sind z.B. die grünen Damen und Herren.
Sie können sich im Gespräch mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern vertraulich über alles unterhalten, was Sie gerade beschäftigt, Sorgen über die gesundheitliche Lage, aber auch über alles andere wie Schuldgefühle, Liebeskummer, Vorfreude, Hoffnung, Sinn und Sinnlosigkeit, Glaubensthemen. Ein Gespräch dauert in der Regel nicht länger als eine Stunde und ist abhängig von der gesundheitlichen Verfassung und dem Thema.
Mögliche Orte für ein Gespräch können das Behandlungszimmer, Besprechungsräume und Kapelle der Seelsorge, Aufenthaltsräume auf den Stationen oder auch ein Spaziergang rund ums Klinikum sein. Seelsorgende sind erfahren in der Gesprächsführung, haben zusätzliche Ausbildungen in psychosozialer Beratung und natürlich auch vielfältige spirituelle Ausdrucksmöglichkeiten wie Gebet, Segen, Rituale etc., wenn gewünscht.
In einem Krankenhaus dreht sich vieles um Gesundheit und Krankheit. Patientinnen und Patienten kommen, um sich untersuchen zu lassen, eine Diagnose für ihre Krankheit zu bekommen und danach hoffentlich eine Empfehlung der Ärztinnen und Ärzte, wie diese Krankheit zu behandeln ist. Manchmal ist nicht eindeutig, was es bedeutet, gesund zu sein: Bedeutet es, frei zu sein von Beschwerden oder frei zu sein von medizinisch beschriebenen Krankheitszeichen? Nicht immer ist es möglich, eine Krankheit vollständig oder ansatzweise zu heilen. Das erleben viele Patient*innen und Angehörige als besonders belastend.
Ein Gespräch mit Seelsorgenden kann helfen, diese Information zu verarbeiten, ihre Bedeutung zu verstehen und anzunehmen. Auch für Ärztinnen und Ärzte, für therapeutisch oder pflegerisch Arbeitende ist es belastend, Patientinnen und Patienten in solchen Phasen beizustehen. Natürlich stehen die Seelsorge auch ihnen für ein Gespräch zur Verfügung.
Heilung – „Wieder-Heil-Werden“ – ist ein Prozess und umfasst immer den ganzen Menschen, seinen Körper, seine Seele, die Psyche und den Geist.
Meist ist für den Körper in unserer westlichen Welt mit ihren medizinischen Möglichkeiten gut gesorgt. Und die Seele? Sie ist auf den ersten Blick unsichtbar; sie braucht länger für ihre Schritte zur Gesundung und deshalb ebenfalls unsere ganze liebevolle Aufmerksamkeit und Zuwendung auch mit Unterstützung von außen durch psychologisch/therapeutische sowie seelsorgliche Begleitung.
In welcher Haltung man über die (eigene) Zukunft denkt, kann sehr verschieden sein. Wenn man guten Mutes ist und davon ausgeht, dass es gute Aussichten oder Pläne gibt, lebt man in Hoffnung. Diese Hoffnung kann auch zum Genesungsprozess beitragen. Umgekehrt erschwert die Annahme, nichts könne mehr gut werden, die Annahme des veränderten Gesundheitszustandes zusätzlich.
Als Christinnen und Christen verbinden wir mit dem Begriff „Hoffnung“ noch mehr: Wir gehen zuversichtlich davon aus, dass Gott uns im Leben, im Sterben und sogar im Tod begleitet und hält. Wir hoffen sogar, dass Gott für uns ein Leben nach dem Tod ermöglicht und uns deshalb nichts, was uns im Leben passiert oder begegnet, von Gott trennen kann. Diese Hoffnung auf Gottes Liebe lässt uns auch in schweren Zeiten und bei schlechten medizinischen Aussichten Kraft finden und annehmen, dass Gott auch diese schweren Phasen mit erlebt und trägt.
Wenn Fragen zu Heilung und Gesundheit nicht direkt mit Patient*innen zu besprechen sind oder andere Konflikte bestehen, können behandelnde Ärzte und Ärztinnen, Patientinnen und Patienten oder deren Vertretungen das so genannte „Klinische Ethik-Komitee“ (KEK) einberufen.
Im KEK sind verschiedene Berufsgruppen des Klinikums vertreten: Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal und therapeutisch Mitarbeitende, Psychotherapeut*innen und auch aus dem Seelsorge-Team Marek Dzieciolowski als Diplom-Theologe und Pfarrerin Simone Stolte-Lehnert. Aufgabe des KEK ist es immer, in der gemeinsamen Beratung dem mutmaßlichen Willen der Patient*innen gerecht zu werden und nach der besten Lösung zu suchen.